Waldwiese

6. ULF (Ultra-Lauf Fichtelberg) 2012

Geschrieben von Thomas Delling.

28.05.2012 - 6:50 Uhr - 55,04 km / 1.539 Hm+ / 654 Hm- (Trainingslauf)

Was passiert wenn 4 kreative Köpfe einen Tag lang zusammen unterwegs sind und über Gott und die Welt philosophieren? Natürlich wird zwangsweise auch über einen werbewirksameren Name für einen eher bedeutungslosen Trainingslauf diskutiert. Eine entsprechende Abkürzung, wie sie heutzutage jeder Ultra trägt (z.B. KILL 50, MIAU, KOBOLT), mußte natürlich auch gefunden werden.

FBL für Fichtelberglauf klingt zu einfach, also noch ein D vorn ´ran - DFBL (Der Fichtelberglauf), hört sich schon besser an, aber da könnte es dann Ärger mit der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt und Jogis Ballzauberern geben. Letztendlich wurde ULF (Ultra-Lauf Fichtelberg) favoritisiert und falls mal noch etwas mehr Wille und Saft (für ca. 5 Kilometer mehr) in den Knochen stecken sollte, kann man dann auch noch den ULK (Ultra-Lauf Keilberg) daraus machen.

Der Pfingstmontag ist nun schon zum vierten Mal Austragungstag dieses längeren Laufes. Natürlich gehört auch diesmal eine gewisse "Pflichtausrüstung" (Wasser, Riegel, Wechselsachen, Stempelbuch, Geld) in den Lauf-Rucksack. Die Zeit ist früh morgens (wie immer) knapp, schnell den Krempel eintüten und los, denn 7 Uhr warten Siggi (Burgstädter LV / "Rund um Chemnitz") und Sören (Chemnitzer LV Megware) am Germania-Sportplatz an der Annaberger Straße auf uns.

Als günstigste Route habe ich die diesjährige Karfreitagsstrecke gewählt, nur werden wir die beiden Extra-Runden um Auerbach/Erzg. weglassen. Schon nach wenigen Metern kommt unser Tross aber ins Stocken: Sörens Rucksack zieht eine schöne Wasserspur auf den Asphalt. Der Verschluß der Trinkblase hält nicht dicht! Nach etwas Bastelei gehts weiter, aber am Anstieg zum Pfarrhübel gibts das selbe Schauspiel nochmal. Basteln - ohne Erfolg! Sören will deshalb schon aufgeben, als erfahrener Ultraläufer - nach nur 250 Metern! Doch so schnell wird hier nicht an der fast 100%igen Finisher-Quote der Fichtelberg-Trainingsläufe (nur einmal kam ein Teilnehmer bloß bis Annaberg) gesägt.

Ute und Siggi gehen im Wanderschritt weiter, während Sören und ich zum Auto zurückrennen und bei mir daheim einen neuen Verschluß für die Trinkblase holen. Anschließend wird der Pfarrhübel zwangsläufig von uns etwas schneller bezwungen wie vorgesehen und noch vor dem Aussichtspunkt Pappel haben wir die Zwei eingeholt. Dort "oben" haben Unbekannte (für uns als Verpflegungsstelle??) einen halbvollen Kühlschrank abgestellt. Gut gemeint - schlecht gemacht, da die fehlende Stromzufuhr (woher auch mitten auf dem Feld?) dem Kühlschrankinhalt mächtig zusetzte! Das Zitat von der "unendlichen Dummheit des Menschen" macht die Runde und wir müssen ohne Stärkung weiterziehen.

Die gibt es dann aber in Form von Cola aus dem Automaten in der Jugendherberge Hormersdorf. An deren Eingang hängen Listen vom "Internationalen 3-Tage-Orientierungslauf", normalerweise hätten wir uns dort gleich noch mit eintragen können, so wie wir das "kritische Terrain" um Auerbach ohne Verlaufen gemeistert haben. Die Wegfindung ist mehr oder weniger ein Kinderspiel, die Strecke wird einem auch immer vertrauter. Nur zweimal muß ich an Weggabelungen kurz überlegen und einmal war Weidezaun gespannt, wo im April noch ein ungehindertes Durchkommen gegeben war. Auf die noch gut sichtbaren Markierungen des Fichtelbergmarsches der Vorwoche (Wanderung mit 318 Teilnehmern, davon 80 DNF) sind wir auf manchen Streckenabschnitten nicht angewiesen, sie dienen uns lediglich als Bestätigung.

Nach 6:53 Stunden Laufzeit erreichen wir dann den 1.214,79 Meter hohen Parkplatz der motorisierten Pfingst-Ausflügler, welche natürlich auch noch alle Sitzplätze vor dem Fichtelberghaus in Beschlag genommen haben. Aber dafür ist die Aussicht grandios und die Sonne strahlt mit uns um die Wette. An der Bergstation der Schwebebahn nehmen wir im Bergrestaurant "Himmelsleiter" Platz und belohnen uns mit Linseneintopf und Bier. Der Abstieg zum Bus nach Oberwiesenthal wird gewandert, da die Knochen vom längeren Gaststättenaufenthalt doch etwas eingerostet sind. Mit einer VMS-Gruppentageskarte fahren wir für 21 Euro zurück nach Chemnitz. Günstig, möchte man bei einem Einzelfahrpreis von 7,40 Euro meinen - maßlos überteuert, wenn man bedenkt, das wir hochzu kostenlos unterwegs waren!


Bilder findet ihr hier.


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