Waldwiese

15. Elbtal-Weinlauf in Meißen 2018

Geschrieben von Thomas Delling.

13.10.2018 9:45 Uhr 30 km 250 Hm+ 250 Hm- (kein Wettkampf)

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In die alljährliche Kaffeefahrt des Burgstädter Laufvereins an den Fuß der Albrechtsburg nach Meißen mischen sich in diesem Jahr gleich vier ambitionierte Weinkenner des LV Limbach 2000. Neben den drei Abonnementsteilnehmern ist diesmal mit Marco auch der amtierende Landesmeister im 100-Kilometer-Lauf mit am Start. Es wird also großes Kaliber von Limbacher Seite aufgefahren, um dem Lokalrivalen zu zeigen, wie man so eine Weinbergtour würdevoll bei vollem Einsatz meistert.

Der Neid ist groß und es gibt genügend Nebenkriegsschauplätze auf denen der Konkurrenzkampf der Nachbarvereine ausgetragen wird. So gilt es z.B. das Minderwertigkeitsgefühl, welches der BLV uns LVLern in Sachen Mannschaftsbus vermittelt, mit "sportlichen" Mitteln zu tilgen. Beim Personentransport haben uns die Burgstädter nämlich einiges voraus: denn deren Mercedes Setra ist mit seinen 50 Sitzplätzen wesentlich größer, als unser Limbacher Mercedes Vito. Zähneknirschend nehmen wir zwar die großmütig angebotene Mitfahrgelegenheit im Reisebus der Schwarz-Gelben in Anspruch - verlegen dabei aber schon auf der Hinfahrt den Fokus auf die verstärkte Gaumenaktivität des heutigen Tages, indem bewußt zaghaft mit Gerstensaft ein erster geschmacklicher Anreiz geschaffen wird. Warmlaufen sozusagen! Schließlich ist die heutige Tagesaufgabe kein Selbstläufer und benötigt daher eine wohldosierte Anlaufphase. Von Null auf Hundert verkraftet der Körper nun mal nicht, wenn es ab 10 Uhr an den Weinständen zur Sache geht.

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Höchstwahrscheinlich nicht verkraftet haben unsere Freunde von der Ostseeküste den kulinarischen Ausflug des Vorjahres. Kurzfristig wurde unter fadenscheinigen Gründen deren Anmeldung storniert und somit der sich ankündigenden Niederlage gegen das hochkarätige Limbacher Quartett etwas plump aus dem Weg gegangen. Vielleicht sind sie ihren Hausaufgaben auch nicht gewissenhaft nachgekommen? Die Distanz von 30 Kilometern dürfte ja wohl nicht das Problem darstellen? Nur das permanente Nachfüllen mit verschiedenen Rebensäften könnte sich bei mangelnder Vorbereitung schnell rächen!

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Pünktlich 9:45 Uhr schickt uns das Donnern einer Muskete auf die Reise. Entlang der Elbe gilt es nun auf den ersten 13 flachen Kilometern behände zu agieren. Die schweren Beine kommen danach von ganz allein, wenn es die restlichen 17 Kilometer in die Weinberge geht und so manche Steigung dann wirklich auch alles von einem abverlangt. Deshalb liegt das Hauptaugenmerk uns alter Hasen auch darauf, Weinlauf-Neuling Marco immer mal wieder an die Hand zu nehmen, um der Verlockung des übermäßigen Weinangebotes widerstehen zu können. Zumindest wirken Gegenmittel, wie etwas feste Nahrung oder mal ein Glas Wasser zwischendurch, Wunder. Mit solch' einfachen Hausmitteln verlängert sich die Lebensdauer auf so einem Trip ungemein. Doch die "Jugend" will trotz Ratschlägen und Warnungen meist zu schnell zu viel! Sicherlich sind die angestrebten und viel zitierten anderthalb Liter Weingenuß das Maß der Dinge - doch bitteschön verteilt über die gesamte Strecke und nicht schon am Anfang.

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Doch das Zusammenspiel in der Limbacher Weinlauf-Delegation klappt bestens. Es gibt während der gesamten sportlichen Betätigung in den Weinhängen keinerlei Ausfälle oder Entgleisungen, nicht einmal geringste Schwächephasen sind auszumachen. Alles läuft grundsolide und routiniert ab - der von Vereinsseite maßgeschneiderte Weinlauf-Trainingsplan trägt Früchte. Der Schlußakkord erfolgt zwar nicht mehr komplett im Vierer-Block, da sich bei rund 7:45 Stunden gemeinsamer Vereinsarbeit, doch schon erste Anzeichen eines Lagerkollers abzeichnen und man den für jeden emotionalen Zieleinlauf nicht ganz so aufgesetzt zelebrieren will.

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Letztendlich treffen wir uns alle nach einer klitzekleinen Erholungspause im Festzelt wieder. Dort gilt es dann noch, ein paar Bierkrüge zu leeren und der dargebotenen Musik zu lauschen. Nachdem dort unsere Füllstände auf "maximal" gebracht sind, bringt uns der BLV-Mannschaftsbus wieder zurück nach Chemnitz. Dort endet dann die Geschichte vom Ausflug ins Meißner Weinanbaugebiet ... ohne jetzt noch ins Detail gehen zu können, denn die Gedanken sind längst schon wieder bei der Vorbereitung auf den tags darauf stattfindenden Einsiedler Herbstcrosslauf. Die von unserem Verein gelebte Professionalität läßt sich eben nicht einfach so "abschalten"!

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Fazit: klasse Mannschaftsleistung des LV Limbach 2000 bei einem der härtesten Läufe in Sachsen! Neidvoll muß der Burgstädter Lauf-, Wander- und Wellnessverein unser harmonisches Zusammenspiel anerkennen. Fast acht Stunden Höchstleistungen jedes einzelnen am Stück! Ein unglaublicher Meilenstein im Lokalsportgeschehen nördlich von Chemnitz ... und somit ein klarer Imagegewinn für die große Kreissstadt Limbach-Oberfrohna!

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