Waldwiese

4. Jahresabschlußmaßnahme im Waldstadion Limbach-Oberfrohna 2017

Geschrieben von Thomas Delling.

31.12.2017 10 Uhr 10 km 60 Hm+ 60 Hm- (Gruppenlauf)
  10 Uhr 5 km 30 Hm+ 30 Hm- (Gruppenlauf)

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Wenn wir drei Chemnitzer uns schon das gesamte Jahr über nicht oder nur recht selten bei unserem Arbeitgeber in Limbach sehen lassen, gehört es sich anstandshalber, am letzten Tag des Jahres die Trainingsstätte des Vereins aufzusuchen, um wenigstens die 2018er Beitragsrechnung der Mitgliedszugehörigkeit zum LV Limbach 2000 in Empfang zu nehmen. 

Wieder ist ein Jahr in der Chronik des Limbacher Laufvereins geschrieben und wieder konnten wir (weder Ute noch Jens, ganz zu schweigen von mir) uns über den Status der Karteileichen-Mitgliedschaft hinaus, in diese Geschichtsschreibung einbringen. Na gut, Jens hat wenigstens den Baum für die Vereinsweihnachtsfeier gestiftet - aber mehr war dann auch nicht! Dieser Fakt ist natürlich nicht zu vergleichen mit seiner aktiven Zeit, in der er tonnenweise Edelmetall aus den Lauf-Veranstaltungen des Landesverbandes abzog und sich so eine gewisse Legendenbildung um seine Person erarbeitete. Heutzutage lebt er zurückgezogen in einem Waldstück vor den Toren von Chemnitz und es bedarf schon einer intensiven Überredungskunst, ihn für diese, das Jahr beendende Maßnahme zu begeistern. 

Die geringe sportliche Note ist es, welche die Limbacher "Jahresabschlußmaßnahme" auszeichnet. Sicherlich wird hierbei der Marktlauf-Parcour zum Beinevertreten angeboten, um nach außen hin einen verhältnismäßig aktiv betriebenen Jahresausklang zu suggerieren - der Schwerpunkt liegt jedoch auf der "Auswertung" der Saisonhöhepunkte im Anschluß. Und wer da nicht mitreden kann, greift eben einmal mehr in einen der bereitstehenden Bierkästen. So in etwa könnte man den Ersatz-Silvesterlauf (nach Wegfall des Chemnitzer Laufes durch den Zeisigwald) am besten beschreiben.

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Während sich Jens nur eine Runde um den Schafteich gönnt, müssen Ute und ich einen zweiten Durchlauf der örtlichen Wettkampfstrecke in Angriff nehmen. Vor rund einem halben Jahr zum Marktlauf mußte ich als Besenläufer (also als Letzter der Teilnehmerfelder über 5 und 10 Kilometer) sogar dreimal den Kurs bewältigen. Auch heute mime ich in Runde 2 wieder nur das Schlußlicht, weil Jens in seiner Ehrenrunde das Tempo so sehr verschleppt hat, daß nun ein Zulaufen der Lücke zu dem Sextett vor mir unmöglich erscheint. So kann ich getrost in meinem Tran das verkorkste Sportjahr noch einmal revuepassieren lassen:

Nur ganze 74 Laufeinheiten mit insgesamt nur 1.921 absolvierten Kilometern und 34.188 vertikalen Metern schmücken mein Trainingstagebuch 2017. Darin enthalten sind 18 Läufe unter Wettkampfbedingungen mit 683,263 Kilometern sowie 17.300 positiven Höhenmetern. Im Schnitt lief ich demzufolge pro Training oder Wettkampf knapp 26 Kilometer mit 462 Metern im Anstieg, was in etwa der großen Runde beim Kernberglauf entspricht. Dieser wiederum steht stellvertretend für all die Mißerfolge im Jahr - für die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Auch wenn ich mich in Jena noch ins Ziel retten konnte, was mir bei den Jahreshöhepunkten in Dietfurt (Jurasteig Nonstop Ultratrail 239) und Gotha (Deutsche Meisterschaft 24-Stundenlauf) versagt blieb, zeugt der Kernberglauf doch am besten vom Scheitern auf der ganzen Breite: keine Kraft, keine Ausdauer, kein Wille = kein Erfolg bzw. kein Spaß am Laufen! 

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So bleibt nur, mir fürs neue Jahr erneut in die Taschen zu lügen, daß es nur besser werden kann. Für ein paar 2018er Wettkämpfe ist die Anmeldung schon getätigt - ob mein Lauftagebuch dann auch an diesen Trainingszwang dafür festhält, ist noch fraglich. Jedenfalls sind wir Chemnitzer auch heute wieder bis zum Veranstaltungsende vor Ort. Wenn wir dies eines Tages dann auch nicht mehr auf die Reihe bekommen, wird es wohl Zeit, den Laufschuhen endgültig den Laufpaß zu geben. Noch ist es jedoch nicht soweit und das ist der letzte Funken Hoffnung, im Laufsportzirkus mitreden zu können ... und sei es nur beim Bier danach!

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Die Zusammenfassung meiner bisherigen Laufjahre:

Jahr Läufe Gesamtstrecke Gesamtanstieg Wettkämpfe Wk-Strecke Wk-Anstieg
2007 99 1.538 km 16.520 Hm+ 16 227,4 km 3.535 Hm+
2008 230 4.064 km 34.539 Hm+ 46 610,4 km 8.049 Hm+
2009 200 3.850 km 38.555 Hm+ 58 884,3 km 13.791 Hm+
2010 210 3.788 km 57.128 Hm+ 51 889,5 km 25.558 Hm+
2011 148 2.887 km 57.590 Hm+ 41 1.000,2 km 30.484 Hm+
2012 128 3.578 km 75.080 Hm+ 45 1.336,2 km 49.975 Hm+
2013 145 3.805 km 59.805 Hm+ 42 1.194,6 km 33.173 Hm+
2014 106 3.253 km 74.245 Hm+ 22 1.210,9 km 47.979 Hm+
2015 107 2.801 km 43.884 Hm+ 19 993,9 km 21.006 Hm+
2016 106 3.197 km 63.238 Hm+ 23 1.089,3 km 42.154 Hm+
2017 74 1.921 km 34.188 Hm+ 18 683,3 km 17.300 Hm+
Gesamt 1.553  34.682 km  554.772 Hm+  381  10.120,0 km  293.004 Hm+

Meinen 10.000. Wettkampf-Kilometer bestritt ich am 14. September beim Erdmannsdorfer Zschopautallauf.  

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